Wenn es doch nur 66 Mittelfinger gäbe...
- Pro:
- Nichts!
- Kontra:
- Alles!
- Krankheitsbild:
- Sucht!
- Privatpatient:
- nein
- Erfahrungsbericht:
-
Wenn ich 66 Mittelfinger vergeben könnte, wäre hier mindestens einer fällig...
Bewertung: ?? (1 von 5 Sternen – technisch bedingte Milde)
„Nehmen Sie Platz!“ – zweifellos der unangefochtene Solist im akustischen Repertoire dieser Anstalt. Ein Satz, hingeworfen mit der routinierten Empathie eines defekten Parkscheinautomaten. Man setzt sich also hin, hat Geduld zu haben, lässt gefühlt Dekaden ins Land ziehen und beobachtet das faszinierende Ökosystem einer Einrichtung, die den Begriff „menschliche Hilfe“ offenbar als verstaubte Anekdote aus vergangenen Jahrtausenden versteht.
Was einem hier an vollkommener Uninteressiertheit entgegenschlägt, ist fast schon wieder eine Kunstform. Da wird keine Hilfe angeboten, da wird Desinteresse auf zwei Beinen zelebriert. Da wackelt irgendeine Krankenschwesterin gelangweilt vor dir herum und erklärt dir allen Ernstes, dass der Zimmerschlüssel eben noch etwas dauern kann – ohne dir dabei auch nur ein einziges Mal ins Gesicht zu schauen. Kein Blickkontakt, kein Hauch von Würde, einfach pure Gleichgültigkeit.
Wer hier mit einem echten Anliegen oder gar im Notfall auftaucht und dringend Hilfe braucht, trifft nicht auf Empathie, sondern auf eine Wand aus abgeklärter Arroganz. Das Ganze eingebettet in eine stoische Dauerschleife aus extremer Fluktuation und chronischem Personalmangel: Gesichter kommen und gehen in einer Frequenz, die selbst den abgebrühtesten Beobachter schwindelig zurücklässt. Man ist hier keine Person, sondern ein lästiges Störgefühl im geregelten Schichtdienst.
Wer in dieser Klinik echte Wahrnehmung oder gar Rettung erwartet, verwechselt die LVR-Klinik Rheydt vermutlich mit einer funktionierenden medizinischen Einrichtung. Hier wird nicht geheilt, hier wird ignoriert, verwaltet und auf Zeit gespielt.
Untertitel & Fazit: Nein, Geduld habe ich leider keine mehr, wenn ich Hilfe brauche – und lieber trinke ich mich tot, als noch einmal auch nur einen Fuß in diese Hallen des organisierten Stillstands zu setzen.


2 Kommentare
Guten Abend Frau Schmitt, wenn Sie noch Hilfe brauchen melden Sie sich einfach unter [email protected] Viele Grüße