Menschenunwürdig
- Pro:
- Eine engagierte Therapeutin
- Kontra:
- s. o.
- Krankheitsbild:
- Apoplex
- Privatpatient:
- nein
- Erfahrungsbericht:
-
Mangel an Therapeuten u die wenigen vorhandenen werden zur Patientenpflege und Essensausgabe herangezogen. So werden die tgl Therapieminuten für jeden Patienten auf ein Minimum geschrumpft,leider auch mit komplett therapiefreien Tagen.
Situation nach Schlaganfall:
In den ersten Tagen kam jeden 2. Tag die Logopädie,danach nie wieder. Kognitive Therapie sporadisch ca. 1x alle 2 Wochen Wochen,in den letzten Wochen gar nicht mehr. Eine einzige Physiotherapeutin zeigte Einsatz, der Rest lustlos. Da die Patienten nicht mehr zu Therapien gebracht werden können (Hol- und Bring- Dienst wurde wegrationalisiert), gibt es bestimmte Therapien (Fitnessstudio) einfach nicht.
Die größte Lobby scheint in dieser Klinik das Pflegepersonal zu haben. Hier gibt es zwischen professionell und engagiert (Minderheit) bis hin zu frustriert und menschenunwürdig das gesamte Spektrum. Dass man bei Schwerstpflegefällen und oft auch ausbleibenden Therapieerfolgen irgendwann abstumpft,ist nachvollziehbar,aber in Anwesenheit von Besuchern bei schreienden desorientierten Patienten die Tür aufzureißen und „Halt endlich die Fresse!“ ins Zimmer zu rufen ist,vorsichtig formuliert,grenzwertig und war leider kein einmaliges Erlebnis an würdeloser Behandlung. Benötigt der Patient einen Schieber,muss er lange warten. Klingel tagsüber oft außer Reichweite gelegt. Eine Nacht war die Klingel komplett aus der Steckdose gezogen.Eine andere Nacht war der Fernseher aus dem Stecker gezogen.
Der kontinente Patient wurde unnötig lange mit einer Windel und Katheter versorgt,da dies pflegerisch weniger Aufwand ist, als die Ente zu reichen.Ein sich daraufhin entwickelnder Leistenpilz musste von uns selbst behandelt werden.
Bezüglich Hygiene fiel auf, dass dieselben Trinkbecher und Trinkröhrchen über Wochen hinweg genutzt wurden und die Flecken am Boden ebenfalls tagelang blieben, wenn sie nicht von uns selbst weggewischt wurden.
Ärztliches Personal in Rehakliniken arbeitet entspannt,schließl gibt es keine Operationssäle u keine Notfallambulanz zu bedienen,nur Station und Funktionsdiagnostik.Trotzdem erfordert es jedes Mal Diskussion,medizinische Notwendigkeiten umzusetzen. Wissen u Einsicht in therapeutische Indikationen kaum vorhanden.Keine Kooperationsbereitschaft. Standardantworten: Das machen wir nicht.Das können wir nicht.Ich weiss es nicht.Das hatte zur Folge,dass während des Aufenthaltes ein weiterer Schlaganfall auftrat und dies völlig mißachtet wurde.


1 Kommentar
Keine Sorge, manche nehmen sich dort sehr wichtig,gerade was Besuchszeiten angeht.Man darf sich auch nicht alles gefallen lassen,wenn das mit dem Arzt abgesprochen war.